Ja, eine Morgenroutine klingt immer sehr verlockend und doch irgendwie total entspannt. Aber ist es das wirklich? Zumal wenn man zwei Kinder hat, die Morgens für den Tag „fertig“ gemacht werden müssen?

Ein ausgedehntes Frühstück mit Kaffee, Müsli oder was das Herz begehrt, in aller Ruhe, ist meist die Seltenheit. Denn wir müssen morgens ja doch recht zeitig unterwegs sein. Die Große muss in den Kindergarten gebracht werden. Inzwischen habe ich mich an diesen Rhythmus recht gut gewöhnt, da wir das schon zwei Jahre voll und ganz üben. Ich habe Glück, dass wir erst ab 8:30 Uhr gebucht haben und die Maus bis spätestens 8:45 Uhr anwesend sein sollte – pünktlich zum Morgenkreis eben.

Aber gut, beginnen wir am Anfang des Tages. Dieser beginnt bei mit meist zwischen 6 Uhr oder spätestens 6.30 Uhr, wenn der Wecker meines Mannes klingelt, oder mich aber mein kleiner Sohn aus den Federn holt – mit Pauken und Trompeten versteht sich.

Wenn ich großes Glück habe, dann werde ich von alleine wach. Dann schleiche ich mich auf Zehenspitzen nach unten in die Küche und gönne mir eine Tasse Kaffee und die Tageszeitung gaaanz in Ruhe. Das ist dann Luxus pur und hilft mir, in Ruhe in den Tag zu starten. Wenn ich weniger Glück habe, dann habe ich den Kleinen bereits im Schlepptau. Allerdings lässt dieser sich recht gut mit Spielen in den Tag bringen und ich habe dennoch die Möglichkeit meinen Kaffee im warmen Zustand zu trinken.

Dann geht es auch schon los, dass die Große geweckt werden muss. Dies macht meist mein Mann. In der Zeit bereite ich dann die Brotdose für Emily vor. Da ist oft gut was zu tun, denn für den Vormittagssnack sind im Kindergarten die Eltern zuständig. Also heißt es, Brot schmieren, Obst schnippeln und sonst noch gesunde Leckereien für die Dose zusammensammeln. Denn in unserem Kindergarten sind ungesunde Snacks grundsätzlich nicht erlaubt. Kuchen oder süßes Gebäck gibt es dort nur zu besonderen Anlässen. Und da ich weiß, dass die Brotzeit wirklich nur gerne gegessen wird, wenn es schön angerichtet ist, werden hier morgens schon die Ausstechförmchen für Obst-Bärchen, Gurken-Blumen oder Käse-Sternchen gezückt. Das Brot dann noch in ansehnliche MickeyMouse-Form designen und perfekt ist der ganze Pausensnack.

Im Anschluss wird natürlich noch gefrühstückt. Zur Wahl stehen unter der Woche dann immer Müsli oder Toast. Denn zwischen mehreren Dingen können sich Kinder bekanntlich nicht entscheiden und wir müssten dann am Morgen schon ordentlich drängeln und eine Diskussionsrunde wäre quasi an der Tagesordnung. Zu meinem großen Glück kann ich sagen, dass ich morgens zu 95 % beide Kinder an den Tisch bekomme. Denn der Kleine isst leidenschaftlich gerne – vor allem das, was die große Schwester auch isst. Ja, so sitzen wir dann um 7 Uhr gemeinsam beim Frühstück und beginnen zusammen den Tag.

Um spätestens 7.30 Uhr heisst es dann „Tschüss Papa“ und beide Kinder stehen noch winkend am Fenster bevor wir schnell in das Badezimmer düsen. Dort putzt sich Emily inzwischen alleine die Zähne vor und wäscht sich das Gesicht. In dieser Zeit wird Maximilian gewickelt und frisch angezogen. Dann werden nochmals bei der Großen die Zähne kontrolliert und nachgeputzt, das Gesicht eingecremt und die Kleidung wird ausgesucht, welche tauglich für den Kindergarten ist. Da habe ich großes Glück, dass Emily bereits ein gutes Feeling dafür besitzt und sich sehr gut alleine passend anziehen kann.

Denn in dieser Zeit bin ich schnell im Bad verschwunden, um mir das Gesicht zu waschen, die Zähne zu putzen und mich salonfähig zu machen, damit die anderen Kindergarten-Mamis nicht schreiend davon laufen 😉 Aber wenn jetzt jemand denkt, ich stehe lange im Bad um mich zu stylen, der irrt. Ich bin keine Hochglanz-durchgestylte Mami, die Morgens schon mächtig hier und da cremt und schmiert und Unmengen an Makeup in das Gesicht gibt. Nein, hier wird nur schnell etwas Feuchtigkeit dem Gesicht verpasst, etwas BB-Cream verwendet und die Wimpern werden getuscht. Das muss reichen, denn für mehr reicht die Zeit nicht.

Meist ist es dann 8 Uhr, und somit auch schon an der Zeit, dass wir Richtung Kindergarten aufbrechen müssen. Gut ist, dass dieser fußläufig zu erreichen ist. Also wird der Kleine in den Kinderwagen gepackt und die Große in Schuhe und Jacke gesteckt und los geht unser kleiner Spaziergang. Das ist gut, denn so bekommen wir alle schon eine gute Portion frische Luft.

Ja, und sobald dann Mäxchen und ich wieder zurück sind, gibt es für Mama nochmals in aller Ruhe einen Kaffee und wir überlegen, was wir den Tag über so anstehen haben, was im Haushalt zu erledigen ist.

Gut, das war sie, unsere Morgenroutine – oder doch eher der tägliche Wahnsinn am Morgen.

Und denkt immer daran – Keiner ist perfekt

Eure Tanja